Bei regnerischem Wetter verbrachten wir unsere letzten drei Tage in Deutschland im Ortenaukreis. Im Meerettichdörfchen Urloffen fand das alljährige Meerettichfest statt. Die Hauptstrasse war gesperrt und wir konnten nocheinmal gemütlich schlendern und richtig gute Krautschupfnudeln geniesen.

Am nächsten Tag fuhren wir mit Tante Walde durch die romantischen Weinberge nach Offenburg. Auch hier gabs genug zu futtern, weil auf dem Marktplatz der Hamburger Fischmarkt stattfand. Thomas konnte dem herrlichen Duft nach Fisch und Knoblauch nicht widerstehen und warf seine Diätpläne wiedereinmal über Bord.

Am letzten Tag entführte uns Tante Walde nach Kehl, um uns schon einmal einen Vorgeschmack auf Frankreich zu zeigen. Bei leichtem Regen spazierten wir über den Rhein nach Strassbourg.

17.10.2012

Als bisherige Nichtcamper und unerfahrene Reisende, lassen wir uns auf unser Abenteuer ein und machen uns endlich aufden Weg Richtung Süden.

Vollgetankt und erwartungsvoll, starten wir aufgeregt in Offenburg und fahren nach Freiburg über die Grenze nach Mulhouse. Den Kopf voller Gedanken, ob wir und unser Big Herbie das alles schaffen, fahren wir auf der mautfreien Strecke über Besancon nach Dole. Durch Besancon kamen wir schon an unsere Grenzen und spürten den totalen Adrenalinschub beim Durchfahren und Verfahren in dieser grossen Stadt mit ihren vielen Kreiseln und engen Strassen. Fix und fertig kamen wir in Dole an und waren froh schnell einen Stellplatz auf einem grossen Parkplatz gefunden zu haben. Um wieder runter zukommen, schlenderten wir noch ein bischen durch die schöne, mittelalterliche Stadt.

 

Nach ein paar Stunden Schlaf machten wir uns dann auf in Richtung Chalon s.-Saone. Bis dahin kamen wir auch ohne Probleme und wir dachten schon, das heut ein schönerer Tag wird. Aber dann, bei Digoin haben wir uns das erste mal verfahren und das Sch... Navi schickte uns kreuz und quer, bergauf und bergab über sehr schmale Strassen und Bergdörfer. Nach gefühlten 1000 Kilometern sahen wir dann ein Stellplatzschild. Juhu, nix wie hin und wieder gut sein lassen für heut. Aaaaaber, dieser Stellplatz war entweder sehr versteckt mitten im Dorf oder ein Gag der Franzosen :-) Also doch weiter suchen nach einem Platz zum Pennen. Vor Vichy und Cusset haben wir uns dann einfach in ein Industriegebiet getraut und auf einem alten Wendekreis übernachtet. Zu allem Übel war es in der Nacht sehr stürmisch und  das Geklimper der Fahnenseile und die sechs Scheinwerfer der Nachbarfirma ließen uns auch nur wenig zur Ruhe kommen.

So fuhren wir am nächsten morgen unausgeschlafen weiter.

In Thuret haben wir dann nochmal nachgetankt. Und der nette französische Tankwart hat uns geholfen und "Bon retour" gewunschen. Da ja Thomas schon in Offenburg seine Diät verschoben hat, stoppten wir dann kurz danach noch bei Mc Donald's. Hatten erst Bedenken, dass  wir ohne Französischkenntnisse nicht bestellen können. Aber witzigerweise stehen da neben der Kasse, Automaten wo man auch in Deutsch sein Menü auswählen und bezahlen kann.

Dann sind wir auf die A75, wo es doch etwas zügiger vorwärts ging. Aber auch die Autobahnen sind nicht so schön eben und gerade wie in Deutschland. Da das Land sehr hügelig und bergig ist geht es immer hoch und runter. Hoch schwitzt der Motor mit stellenweise peinlichen 40 km/h und runter schwitzen die Bremsen und Motorbremse :-)

Nach ca. 200km fuhren wir dann von der Autobahn ab, um uns wieder ein Plätzchen zu suchen. Diesmal machten wir aber kurzen Prozess und stellten uns keine 100m von der Autobahn entfernt neben ein Auffangbecken. Das hat niemand gejuckt, da diese Strasse nur zu einem kleinen Dorf führt und kaum einer vorbei fuhr.

Nachts schreckten wir aber doch auf, weil ein Lkwfahrer meinte, er muß seinen Anhänger vor uns hinstellen, und seine Milch hin und her pumpen. Und das 3 mal in der Nacht :-) Naja kurze Nächte waren wir ja jetzt schon fast gewöhnt.

Morgens dann erstmal raus und Füsse vertrappen und das anliegende Dorf anschauen. Sehr mittelalterlich und schön. Aber leider kamen wir uns sehr unerwünscht vor und machten daher keine Bilder. Freilaufende große Hunde begleiteten uns dann wieder aus dem Dorf heraus.

Wieder am Lkw zurück, checkten wir ihn durch und Thomas holte auch mal die Fettpresse raus. Und weil uns der Schlaf fehlte, blieben wir noch eine Nacht und machten das mit dem Milchmann nochmal mit :-)

Halbwegs ausgeschlafen ging es wieder  auf die Autobahn und wieder ein auf und ab, sodass man immer mit einem Auge bei der Motortemperatur ist. Dann kam bei Millau die höchste Autobahnbrücke (270m hoch) der Welt. Und wir waren uns schnell einig, dass wir die Maut dafür bezahlen und nicht uns durch's Tal quetschen.

An der Ausfahrt 57 bei Clermont l Herault sind wir dann runter und haben über's Navi einen Stellplatz am Stausee Lac du Salagou gesehen, den wir ansteuern. Nach 2 falschen Aussagen der lieben Stimme des Navi's haben wir es dann selbst gefunden und waren sofort begeistert. Hier bleiben wir jetzt 2 oder 3 Tage und planen dann weiter. Wollen uns dann mal ein Plätzchen am Meer suchen.

Wahnsinnig schöne Landschaft und alle Felsen und Erde sind rot.Temperatur zwischen 17 und 25c°. Wir spazieren gleich los und erkunden die Gegend. Witzige "mini Hummer" die sofort losfuchteln wenn sie einen sehen.

Thomas musste feststellen, dass er sehr beliebt ist bei den Stechmücken und wurde sofort am Kopf verstochen. Die Stiche jucken stark und werden dick. Jetzt sieht sein Kopf schon fast so hügelig aus wie die Landschaft :-)

Deswegen sein schicker Anglerhut.

Auf unserem Stellplatz lernten wir erst 2 nette Deutsche kennen, die dann aber leider am nächsten Tag schon wieder weiter fuhren, und 2 nette Englische Angler. Mit denen haben wir uns gut auf Englisch unterhalten und Spaß gehabt. Abends haben wir auch Bier und Rotwein mit ihnen getrunken bis es dunkel wurde.

Am nächsten Tag brechen wir dann auf nach Narbonne Plage, weil da ein schönes Plätzchen sein soll. Doch leider war alles zu und abgesperrt oder Balken von 2.20m Höhe überall. Das Navi schickte uns zu einem Weingut, wo mal wieder kein Stellplatz vorhanden war. Also entschlossen wir uns, weiter zu fahren nach Gruissant Plage. Da war zwar das gleiche Spiel, aber wir stellten uns dann an eine Surferbar hin zum übernachten. Da war es sehr stürmisch bei Windstärke 10.

Nach einer schönen Dusche machten wir uns auf ins 6km entfernte Städtchen um ein paar Sachen einzukaufen.  Schöne kleine Gassen mit Lokalen und Cafe's. Die 6km zurück bedachten wir natürlich erst nicht und daher war die schöne Dusche grad für die Katz :-)

Nach einem 12km Marsch freut man sich natürlich so ein Schild zu sehen. Leider heißt es auf Französisch was anderes als wir hofften.

Nach dieser stürmischen Nacht machten wir uns auf den Weg Richtung Spanien. Natürlich haben wir vergessen, dass heut Sonntag ist und wir nicht einkaufen konnten, sodass wir dann auf unsere Dosen zurückgreifen mussten.


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