06.02.2013

Endlich auf der Fähre. Alles hat geklappt und angespannt warten wir auf das, was uns drüben erwartet.

In Tanger angekommen, können wir schon nach einer halben Stunde Papierkrieg den Hafen verlassen. Und auf gehts durch die chaotische, marokkanische Großstadt.

Hier hupt jeder jedem :-) Thomas meinte, dass kann er auch und hupte fleißig mit :-)

Unser erster Stop ist in Moulay Bousselham auf einem Campingplatz. Erst mal runter kommen und ausschlafen. Ist doch eine ganz neue andere Welt die da auf uns zu kommt. Haben aber gleich auf dem Platz Michael und den kleinen Timo kennengelernt.

Am nächsten Tag machen wir unseren ersten Spaziergang im Örtchen und auf Afrikanischem Boden. Wunderschöne Lagune mit kleinem Hafen und sehr vielen kleinen Böötchen.

Nach 2 Tagen machen wir uns auf den Weg nach El Jadida und fahren auf der Autobahn, sodass wir zügig Richtung Süden kommen.

Nettes lebhaftes Städtchen wo wir auch ein bisschen Kultur und Geschichte einatmen konnten. Aber lange wollen wir uns hier trotzdem nicht aufhalten, da wir ja absolut keine Stadtmenschen sind. Und deswegen geht's  schon wieder weiter zum Städtchen Ounara.

Nach nur einer Nacht, machen wir uns auf den Weg zu dem kleinen Örtchen Sidi Kaouki. Soll ein heisser Tipp sein, da noch nicht so verbaut und überlaufen. 

Hier haben wir es uns 4 Tage gut gehen lassen. Mit frisch gepresstem Orangensaft und cooler Mucke. Der junge Mann, der die kleine Kneipe betreibt, konnte auch ein bisschen Deutsch und erzählte uns, dass er bald nach Deutschland fliegt um in "Innsbruck" Urlaub zu machen :-)

Wir fanden es toll, dass hier die Einheimischen nett und freundlich sind und nicht so aufdringlich wie in anderen Orten.

Trotz allem wollen wir weiter und fahren die schöne Küstenstrasse Richtung Agadir, vorbei an Bananenplantagen bis nach Imi Quaddar.

Per Mail haben wir erfahren, dass unser Bekannter aus der Heimat grad mal 5km weiter steht. Also fahren wir vorbei um ihm Hallo zu sagen. 

 

 

Wir beschliessen, für eine Nacht zu bleiben. Die Männer ziehen los um Feuerholz zu sammeln und Silvi bereitet schon mal die Tajine vor. Vollgemampft lassen wir den Abend am Feuerchen ausklingen und schauen dem schönen Sonnenuntergang zu. 

Abends, haben wir dann noch im Lkw Karten studiert und uns entschlossen, mal die Küste zu verlassen und ins Landesinnere zu fahren. Also fahren wir an Agadir vorbei in Richtung Taroudant. Wir versuchen die Öko-Farm zu finden, die in unserem Marokkobüchle drin ist. Leider erst ohne Erfolg. Dann sah Thomas eine Abkürzung auf der Karte, die Luftlinie zu unserem Ziel :-) Also ab auf unsere erste Pistenfahrt.

In diesem kleinen Paradies angekommen, fühlte sich Silvi sofort wohl und knipste wie wild auf die farbenfrohen Blumen los. Bevor ich mir aber Silvis Fortbildungskurs in Sachen Floristik geben musste, machten wir einen Spaziergang zu den Gemüseplantagen. Und siehe da, auf einem Acker hinten standen Wolfgang und Anke, die wir in Spanien kennenlerten. Das war eine herzliche Begrüßung.

25.02.2013

Heute soll es weiter gehen in die Berge Richtung Quarzazate. Die ersten 60km ziehen sich durchs Tal zwischen Hohen Atlas und Anti Atlas. Aber dann gehts in die Höhe und der Ifa muß schaffa. Um uns herum wird es auch immer karger und bergiger. In Taliouine haben wir die halbe Etappe erreicht und wollen es für heute gut sein lassen, weil es bestimmt was zu entdecken gibt, hier in der Umgebung des über 3000m hohen Djabal Siroua.

 

Und nach 2 Tagen gehts weiter, da wir unbedingt Ait Benhaddou anschauen wollen. Da dort viele Touristen unterwegs sind, geniessen wir den ganzen Anblick von einem Hügel aus.

Bei einer Wanderung entdecken wir auf einer Kasbah viele Störchennester und wollen uns das mal von der Nähe anschauen. Wir landen in einem fast verlassenem und verfallenen Örtchen. Wir fühlen uns um hunderte von Jahren zurück versetzt. Wir waren so beeindruckt, dass wir uns kaum zu atmen trauten.

Unsere weitere Tour sollte uns eigentlich an den nahe gelegenen Stausee bei Quarzazate führen. Aber die Piste dorthin war wegen starken Regenfällen überflutet und nicht passierbar. Wir bleiben eine Nacht in Quarzazate und erfahren von unserem Nachbarn, dass auch die Strassen zu den Schluchten überflutet sind. Also gehts halt Richtung Wüste. Wir fahren durch den Pass "Tizi-N-tinififft" und entlang am Gebirgszug "Ibel  Sarhro". Nichts als Steine und ödes Wüstenvorland.

 

 

Nach dieser aufregenden Serpentinenfahrt haben wohl Mensch und Maschine eine Pause verdient. In Tazzarine ging Thomas kurz los um die Lage zu checken und kam mit einem Marokkaner im Schlepptau wieder. Er fährt bei uns mit um uns ein schönes Plätzchen in einer Palmenoase zu zeigen.

Da Thomas das Gejammer von mir und meinen kalten Füssen nicht mehr hören kann, düsen wir jetzt schnurstracks zum Erg Chebbi :-)

        Wir sind wohl auf dem richtigen Weg :-)

     Wie sollen wir uns da nur entscheiden???????

Puuhh, zwei Schritte hoch und einen wieder zurück.

    Aber trotzdem nach 2 Stunden oben und happy :-)

Und bei guten 32 C° lässt es sich dort gut aushalten :-) Wenn man so vom Winter in Deutschland hört.

Da wir nicht alles bei einem Marokkobesuch abdüsen und uns noch was aufheben wollen, entscheiden wir uns, von hier aus wieder Richtung Norden zu tuckern.

Nach einem Abschiedsessen mit unseren österreichischen Freunden , Christian und Stefan, verlassen wir den grossen Sandkasten : Gottseidank zum richtigen Zeitpunkt, da ein heftiger Sandsturm aufzieht und uns auch noch ein paar Kilometer begleitet. Wir fahren durchs Ziz Tal , durch die Ziz Schlucht und weiter über den Pass Col Tizin'Talghaumt, wobei der Sturm inzwischen 180km/h erreicht hat und uns gehörig durchschüttelt.

Und als Silvis Füsse wieder kalt wurden und wir auf die Höhenangabe schauen, wissen wir diesmal wenigstens warum :-) Wir sind inzwischen auf 1907m Höhe schon.

 

 

 

...und vom Berg Ibel Ayachi (3737m) weht ein eisiger Wind runter. Brrrrrrr

                                Unterwegs ein kleines Päuschen an einem wunderschönen Bergsee

                 Langsam wird alles wieder grüner und fast wie im Schwarzwald kommt man sich vor :-)

                         Kurz nach Azrou gönnen wir uns den Schickimicki Campingplatz "Eurocamping"

Im kleinen Dorfladen 100m weiter kaufen wir ein bisschen was ein und Silvi versucht mit Gackern der Verkäuferin klar zu machen, dass wir Eier brauchen :-) Die gute Frau warf sich fast weg vor lachen, aber wir bekamen unsere Eier :-) 

Frisch ausgepennt und mit einem Gratisbrot vom Platz gehen wir gestärkt los auf Affensuche. Hier soll es noch freilebende Berberaffen in den Zedernwälder geben. Wir sind gespannt, ob wir einen vor die Kamera kriegen. Tja, wir hatten für einen Moment die geschäftstüchtigen Marokkaner vergessen, die ja alles vermarkten was nur geht. Nach dem ersten "Glücksfoto" von einem mampfenden Affen, sehen wir um die nächsten Ecke jede Menge kleine Verkaufsbuden wo sie Erdnüsse und anderes Zeug an den Mann/Frau bringen wollen. Und überall Affen, die mehr als zutraulich waren und der Reiz der Wildnis war dahin. 

Unsere erste Marokkoreise neigt sich dem Ende und wir rollen weiter, an Meknes vorbei und halten wieder in Moulay Bousselham an, wo auch unser erster Halt war. Diesmal aber an der Lagune unten, wo Thomas sofort einen "Artgenossen" sah und gleich ins Gespräch kam. Wolfgang mit seinem MAN (Lissel) aus Waiblingen der auch auf dem Rückweg ist. Miteinander schlendern wir durch den Ort und essen eine Kleinigkeit von einem leckeren Stand an der Strasse. Und siehe da, zurück auf dem Campingplatz treffen wir wieder unsere Österreichischen Freunde, jetzt schon zum 3ten Mal. Und wir sitzen alle Abends zusammen und ratschen.

19.03.2013

Nach 2 Tagen verläßt uns Wolfgang morgens in Richtung Hafen , wir verratschen den ganzen Morgen mit Christian und Stefan und kommen erst gegen Mittag los. Um 12:30 kommen wir in Tanger am Hafen an und uns wird verklickert, dass heut keine Fähre mehr kommt, wegen des schlechten Wetters und wir sollen doch nach Tanger med. da kommt ein großes Schiff. Ob das wohl hinhaut? Also rüber die 30km Küstenstrasse nach Tanger med. Angekommen hängt der erste Typ schon am Rückspiegel, der unsere Papiere erledigen will. Aber schnell abgewimmelt, checken wir am Schalter ein und erfahren wann, was und wo wir hin müssen. Aber alles ok und wir können dann nach 3 Stunden warten und sch... Wetter auf ein großes Schiff. Mittlerweile ist es Nacht und Algeciras ist am Horizont zu sehen. In Algeciras ging es dann überraschend schnell und wir wurden durchgewunken. Die Strecke nach Tarifa war schnell geschafft und wir aber auch :-) erstmal pennen. Hier in Tarifa wollen wir erstmal ein paar Tage runterkommen, ausruhen und unsere Vorräte und "bekannten" Lebensmittel wieder auffüllen.

                                                Unsere Heimreise geht dann weiter über Portugal....


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